Friedensforum
Friedenspolitische Initiative in Darmstadt
Die Anfänge des Darmstädter Friedensforums liegen in der "Darmstädter Initiative für Frieden und Abrüstung". Anfang der 80ger Jahre, zur Zeit des "kalten Krieges" beschloss die Nato in Mitteleuropa, v.a. auch in Deutschland, Atomraketen zu stationieren. Im Zuge dieser Nachrüstung entstanden in vielen Städten Initiativen, die diese atomare Aufrüstung verhindern wollten.
1990/91, anlässlich des drohenden Kriegs gegen den Irak, entwickelte sich aus der Ursprungsgruppe das Darmstädter Aktionsforum "Kein Krieg am Golf". Das Darmstädter Friedensforum beschäftigte sich in der Vergangenheit immer wieder mit dem Konflikt im Nahen Osten, mit der Umstrukturierung der Bundeswehr und der zunehmenden Militarisierung der Europäischen Union, mit den Konflikten und Kriegen im ehemaligen Jugoslawien, den Golfkriegen sowie mit der US-amerikanischen Militärdoktrin.
Seit etlichen Jahren liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf zwei Themen:
- Atomwaffen, d.h. Raketensysteme, Raketenabwehr, weltweite atomare Abrüstung (noch immer liegen ca. 120 Atomwaffen auf deutschem Boden).
- Militarisierung des Weltraums.
Beide Themen werden bearbeitet innerhalb der Gruppe sowie durch die Vernetzung mit anderen deutschen, europäischen und internationalen Organisationen. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit IANUS, der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit der TU Darmstadt (z.B. anlässlich der 1999 gemeinsam veranstalteten Tagung "Weltraumnutzung und Ethik").
Das Darmstädter Friedensforum ist auch aktives Mitglied im deutschlandweiten Trägerkreis "Atomwaffen abschaffen" sowie im internationalen Netzwerk Abolition 2000. Momentan beteiligt sich die Gruppe aktiv an der Kampagne "...auf keinem Auge blind! – atomwaffenfrei bis 2020", die in enger Zusammenarbeit mit den "Bürgermeistern für den Frieden" (Mayors for Peace) durchgeführt wird.
Die Nutzung der Kernenergie bei Weltraummissionen wurde in der deutschen Öffentlichkeit anlässlich der Saturnmission Cassini (Start im Oktober 1997) heftig diskutiert. Da die US-amerikanische Weltraumagentur NASA in den nächsten Jahren mehrere ähnliche Missionen plant und außerdem wieder intensiv an der Entwicklung einer atomar betriebenen Weltraumrakete arbeitet, ist dieses Thema nach wie vor aktuell.
Die militärische Nutzung von Weltraumtechnologie und die Stationierung von Weltraumwaffen werden vor allem in Zusammenarbeit mit dem internationalen Global Network Against Weapons and Nuclear Power in Space behandelt, in dem das Darmstädter Friedensforum auch mit einem Vorstandsposten vertreten ist. Aktuell wurde und ist das Thema durch die heftig umstrittenen Pläne der USA, ein Raketenabwehrsystem aufzubauen, das nur unter Nutzung zahlreicher Weltraumsatelliten funktionieren kann und zur Stationierung von Waffen im Weltraum führen würde.
Auf Betreiben von IANUS und dem Darmstädter Friedensforum erklärte sich die Stadt Darmstadt im Jahr 1998 zur Atomwaffenfreien Zone und trat, vertreten durch den Oberbürgermeister, den "Bürgermeistern für den Frieden" bei.
Das Darmstädter Friedensforum berichtet mehrmals im Jahr, jeweils Donnerstag von 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr, in "Radio Darmstadt" im Rahmen der Redaktion "Treffpunkt eine Welt" über seine Aktivitäten und friedenspolitische Themen. Es trifft sich 14-tägig und ist offen für alle Interessierten.
Kontakt: Regina Hagen
Spendenkonto: Anette Merkelbach, Kontonummer 104 102 638, BLZ 508 501 50, Sparkasse Darmstadt
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Einige Gruppen, mit denen das Darmstädter Friedensforum zusammenarbeitet
last modified 30.05.2010 11:22