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Die "Rettung von Opel"

Diskussion über ein Beispiel aktueller Krisenkonkurrenz

Bereits am 27.04 luden die Gruppe 2d (http://2d.blogsport.de) und der GegenStandpunkt-Verlag (http://www.gegenstandpunkt.com) ein zur Diskussion über die Rettung von Opel. Am 11.5 möchten wir die Diskussion für alle Interessierten fortsetzen, d.h. ohne eine Teilnahme an der vorherigen Diskussion vorauszusetzen.

Die „Rettung von Opel“

Rettung von Opel tut Not, da ist man sich von der Kanzlerin bis zum letzten Opel-Arbeiter einig. Hier gilt es eine nationale ‚Schlüsselindustrie‘ zu bewahren. Und das geht jetzt nicht ohne Staat. Warum gestaltet sich die Erhaltung von ‚Automobilstandorten‘, von denen ganze Regionen leben, eigentlich so schwierig, wenn sich oben wie unten einig sind, dass hier die ‚industrielle Basis‘ unseres Landes und alles, was daran hängt, auf dem Spiel steht? Da ist offensichtlich mehr verlangt als mit staatlicher Unterstützung sicherzustellen, dass Opel flotte Autos baut. Deshalb ziehen sie gleich selber jeden Rettungsantrag wieder in Zweifel. Da ringen Politiker um einen ökonomischen Besitzstand eigener Art: Privatreichtum, Kapital mit seinen Leistungen für den Reichtum der Nation, wird zum Problemfall nationaler Standortpolitik.

Die Opel-Rettung geht nicht ohne, aber auch nicht einfach mit den USA! Das ist allen klar. Deutsche Politiker reisen in die USA und verhandeln mit GM und Obama. Politiker, die gleichzeitig verlauten lassen: ‚Keine deutschen Steuergelder für marode US-Unternehmen!‘ ‚Keine Standortschließung in Deutschland!‘; die GM und USA für diesen Fall mit ‚ernsten Schwierigkeiten‘ drohen. Von einer einvernehmlichen Suche nach gemeinsamen ‚Lösungen‘ ist da wenig zu sehen, aber viel an nationalem Leiden über die Machtlosigkeit der deutschen Politik. Da wissen Politiker also, dass ihre ökonomische wie politische Macht gefragt ist. Denn, so wird verkündet, es geht darum, dass ‚wir gestärkt aus der Krise herauskommen‘. Die Krise ist gerade in vollem Gange - und deutsche Politiker geben ungerührt zu Protokoll, dass sie in der Krise und durch sie in der Konkurrenz der Nationen entscheidend gegen andere voranzukommen gewillt sind.

Die deutschen Staatsagenten stellen also klar, an was sie alles denken, wenn sie sich im Namen der Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Krise für das Überleben der notleidenden Automobilindustrie im allgemeinen und von Opel im besonderen einsetzen - mit Abwrackprämien oder auch staatlichen Kreditgarantien und Liquiditiätshilfen, vor allem aber mit dem Gewicht der Nation. Prompt erfahren sie fordernden Zuspruch von Seiten der Gewerkschaft. Der Opel-Betriebsrat entwirft ein Rettungsmodell: Trennung von GM! Staatshilfe für einen deutsch-europäischen Autokonzern mit Zukunft im Wettbewerb! Der Staat stellt Kredit, Betriebsrat und Gewerkschaft organisieren die notwendigen Lohneinschnitte und Opfer der Belegschaften - alles im Dienste eines nationalen Unternehmens Opel und eines deutschen Automobilstandorts, der sich in der Konkurrenz durchsetzt: Das ist die Perspektive, für die Belegschafts- und Arbeitervertretung bei Politik und Management vorstellig werden. Das ist die letzte Weisheit des gewerkschaftlichen Einsatzes für ‚Beschäftigung‘.

Jede(r) Interessierte ist herzlich eingeladen!

 

Termin 11.05.2009 19:00
Veranstalter Gruppe 2D, Gegenstandpunkt Verlag
Ort Linkstreff Georg Fröba
Landgraf-Philipps-Anlage 32
Veranstaltungs-Art Informationsveranstaltung
Kontakt Gruppe 2D ,   gruppe2d@gmail.com
Link http://2d.blogsport.de

 
last modified 28.04.2009 22:06

Erstellt von Uli Franke mit Plone
Politnetz-Logo by Claudia Lehmann