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Ein Heimspiel

Theater mit "Ararat"

Die Ankunft des Unbekannten wird erwartet. Die Börsen fallen, das Vorlesen der schlechten Nachrichten gehört zum Tagesablauf. Der Unbekannte soll es endlich richten. Niemand sonst fühlt sich dazu in der Lage.

Aber nicht nur der Unbekannte ist geheimnisvoll – auch alle anderen haben ein Geheimnis in ihrer Herkunft. Diese unterschiedlichen Geschichten sind die Wurzel ihres jeweiligen Verhaltens. Doch die Aktualität ist stärker und verdrängt diese Vergangenheit. Dabei ist aber der Umgang miteinander tolerant: Jeder kann machen, was ihm passt. Man lässt einander leben, ohne sich wirklich zu kennen. Der andere ist in seiner Andersartigkeit unwichtig. Differenzen müssen nicht ausgehalten werden, niemand muss sich in Frage stellen. Jeder nimmt nur seine eigenen Ängste wahr. "Ein Heimspiel" handelt in einem geschlossenen und knapp definierten Raum. Es ist für die Beteiligten ein Heimspiel, das keine Entwicklung und Veränderung mehr zulässt, die Zeit steht still. Es ist der Höhepunkt der Ohnmacht. Die tragenden Beziehungen fehlen.

Dann wird anstelle des Unbekannten ein anonymer Fremder hineingespült. Er scheitert, falls er nicht mitspielt. Denn dem Ernst der (Heim-)Spiele kann sich niemand entziehen. Das Exotische des Fremden bietet Gefahren – aber auch die Möglichkeit zur Vermarktung. Die unersättliche Maschine Kapitalismus integriert kompromisslos. Sie ökonomisiert, verkauft, verschluckt, erdrückt. Auch Träume helfen da nicht weiter. Die Grenzen zwischen Täter und Opfer, zwischen Mann und Frau, zwischen Innen und Aussen, zwischen Fremden und Vertrauten werden verwischt. Solange dabei nur der Rhythmus des Heimspiels nicht gestört wird.

Die Theatergruppe Ararat hat sich in der dritten Produktion (nach Die schwarze Wunde von Musa Anter und Das Geheimnis von Ali Biçer) an die Entwicklung eines eigenen Stücks gewagt. Nach einer Idee von Hanspeter Utz werden verschiedene aktuelle Themenfelder wie Integration, (Wirtschafts-) Krise, Populismus oder Massenmedien aufgegriffen und in einer unkonventionellen Art und Weise verarbeitet. Das Heimspiel besteht aus verschiedenen Eindrücken und Erfahrungen aus dem Alltag der Spielenden und kreiert eine eigene Interpretation daraus. Das Stück sperrt sich gegen Einordnungen und gegen einfache Rezepte…

Idee, Regie: Hanspeter Utz. Technik: René Sturm. Bühnenbild: Philipp Bürge. Requisiten: Fredy Tellenbach. Technik: René Sturm. Musik: Marco Repetto, Daniel Wihler and Bruno Spoerri. Spielende: Dursun Aglamaz, Patrick Bachmann, Ali Biçer, Fidan Firat, Taner Tanyeri, Esther Tellenbach. Produktion: Theater Ararat. Reservation: info@theater-ararat.ch. www.theater-ararat.ch

 

Termin 20.03.2011 17:00
Veranstalter Halkevi (Volkhaus Darmstadt)
Ort Heiner-Lehr-Bürgerzentrum
Kopernikusplatz 1
Veranstaltungs-Art Theater
Link http://theater.ch/einheimspiel.theaterararat&sprache=d

 
last modified 08.03.2011 20:42
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Erstellt von Uli Franke mit Plone
Politnetz-Logo by Claudia Lehmann