Soziale Marktwirtschaft – Ausweg aus der Krise?
Vortrag von Prof. Rainer Roth
Raffgierige Finanzmanager sollen es gewesen sein, die durch verantwortungsloses Zocken die jetzige Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst haben. Möglich geworden sei dies durch die Dominanz des Finanzsektors über die Realwirtschaft. Die Verselbständigung der Geldmärkte sei Ursache der Spekulationsblase, deren Platzen auch die Industrie in den Abgrund zu reißen droht. Die Finanzmärkte müssten daher stärker reguliert werden, damit sie der Realökonomie nicht mehr schaden könne. In dieser Einschätzung wissen sich Regierungs- und Wirtschaftsvertreter weitgehend einig mit vielen Menschen, die in den letzten Jahren die Wirtschaftspolitik heftig kritisiert hatten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel empfiehlt folgenden Ausweg: "Die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft müssen weltweit beachtet werden." Die Rechtfertigung der bestehenden Wirtschaftsordnung ist in diesem Fall das eindeutige Motiv solcher Parolen.
Aber die Analysen vieler, die die herrschende Wirtschaftspolitik verändern möchten, hören sich ganz ähnlich an, wenn sie nur verschiedene Ausprägungen des Kapitalismus anprangern: Sie kritisieren den "hemmungslosen Finanzkapitalismus", den "neoliberalen Turbokapitalismus" und sagen dem "shareholder-value-Kapitalismus" den Kampf an. Sie wollen das "Casino schließen", um die Realwirtschaft vor schädlichen Spekulationsfolgen zu schützen.
Doch werden solche Analysen dem Problem gerecht?
Ist der Finanzsektor wirklich ein von der sonstigen Ökonomie getrennter Bereich?
Wie konnte es zu einer solchen Aufblähung des Finanzsektors kommen?
Was sind die Ursachen der Krise?
Welche Lösungen sind denkbar?
Rainer Roth, Jg. 1944, ehem. Professor für Sozialwissenschaften an der FH Frankfurt. Vorsitzender von Klartext e.V., einem Verein, der dafür Eintritt, dass diejenigen, die Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, Abzockerei usw. verursachen, auch für die Folgen geradestehen. Veröffentlichungen u.a.: „Das Kartenhaus. Ökonomie und Staatsfinanzen in Deutschland“, „Über den Monat am Ende des Geldes. Eine Untersuchung über den Lebensstandard von Lohnabhängigen.“, „Nebensache Mensch. Arbeitslosigkeit in Deutschland“ , „Sie kriegen den Karren nicht flott... Finanz- und Wirtschaftskrise. Anmerkungen zu Ursachen und Lösungen“
| Termin | 26.06.2009 19:30 |
|---|---|
| Veranstalter | DGB-Stadtverband |
| Ort |
Hans-Böckler-Saal im DGB-Haus
Rheinstraße 52 |
| Veranstaltungs-Art | Informationsveranstaltung |
last modified 27.05.2009 09:33