Die Grünen – vom linken Sammelbecken zur neoliberalen Regierungspartei mit Windrädern
offene Diskussionsrunde
DIE GRÜNEN – nachhaltig, bürgernah, verantwortlich, glaubwürdig: absolut wählbar. Kurz gesagt: absolut unausstehlich!
DIE GRÜNEN stehen für Nachhaltigkeit und wollen damit punkten, dass sie lang- statt kurzfristig denken und handeln wollen. Wir fragen: Kommt es nicht auch ein wenig darauf an, was da so nachhaltig Geltung haben soll? Würde auch ein nachhaltiges Eintreten etwa für die Abschaffung der Lohnarbeit zum grünen „Leitbegriff“ passen? Und wofür tritt diese Partei ein, wenn sie gar nicht mit dem Inhalt dessen werben muss, was da nachhaltig Bestand haben soll?
DIE GRÜNEN sind bürgernah und haben Verständnis für die Proteste gegen Stuttgart 21 und AKWs. Wir fragen: Warum eigentlich gilt Bürgernähe als ein Lob und nicht als ein Zeugnis darüber, dass Politiker und Wähler sich nicht wie Auftragnehmer und Aufraggeber gegenüber stehen? Wird eigentlich irgendein Anliegen darüber befördert oder gar bedient, wenn ihm Verständnis entgegengebracht wird?
DIE GRÜNEN demonstrieren Verantwortungsbewusstsein und loben die Verantwortungsbereiten. Wir fragen: Was ist eigentlich außerhalb jeder Kritik, wenn der Wille und die Bereitschaft zur Verantwortung abgefragt und eingefordert werden? Wäre nicht die Frage naheliegend, ob die Sache, für die Verantwortung übernommen werden soll, sie überhaupt verdient?
DIE GRÜNEN erhalten das Vertrauen der Wähler, weil sie glaubwürdige Politik machen. Wir fragen: Worum wird bei einer Wahl konkurriert und gestritten, wenn die Glaubwürdigkeit das Kriterium der Wählbarkeit der Figuren ist, die die ihnen vorausgesetzten Ämter besetzen sollen? Was ist (auch für einen GRÜNEN-)Politiker selbstverständlich, wenn er nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten als Allererstes klarstellt, dass für ihn „erst das Land, dann irgendwann meine Partei und ganz hinten meine Person“ kommt?
Wer wissen möchte, weswegen das Eintreten für nachhaltige Umwelt- und Wirtschaftspolitik nicht mit einer nachhaltigen Kritik der wachstumsgemäßen Be- und Vernutzung von Mensch und Natur zu verwechseln ist, warum man Bürgernähe besser meidet, weswegen Verantwortungsbewusstsein nichts mit gewusstem gesellschaftlichen Zusammenhang zu tun hat und warum das Bedürfnis nach glaubwürdiger Politik den selbstbewussten Untertan voraussetzt, der bekommt Antworten angeboten.
| Termin | 30.05.2011 19:00 |
|---|---|
| Veranstalter | Gegenstandpunkt-Verlag |
| Ort |
Linkstreff Georg-Fröba
Landgraf-Philipps-Anlage 32 (links gegenüber DGB-Haus) |
| Veranstaltungs-Art | Informationsveranstaltung |
last modified 17.05.2011 19:43