Unbehagen – und sonst gar nichts?
Ringvorlesung "Subjekt Gesellschaft": Vortrag von Hans-Joachim Busch
Eine psychoanalytisch-sozialpsychologische Gegenwartsdiagnose
Das Unbehagen, das die Menschen insbesondere unter den Bedingungen einer entwickelten Gesellschaft empfinden, ist dem Widerstreben der Subjekte gegen die Anforderungen und Einschränkungen des Kulturlebens geschuldet. Das hat die psychoanalytische Sozialpsychologie, beginnend mit Freud, aufgewiesen. In der spätmodernen Gesellschaft haben sich die diesbezüglichen Belastungen eher noch verschärft. Dazu scheint etwa die weithin registrierte Zunahme von Depressionen zu passen. Dieser Tatsache hat sich eine Diagnose der gegenwärtigen Verhältnisse nüchtern zu stellen. Aber dies ist nur die eine Seite der psychischen Verfassung unserer Zeit, die der Vortrag thematisieren wird. Die andere Seite, von der er handelt, besteht darin, im Sinne einer kritischen politischen Psychologie Tendenzen einer Reflexion und Gegenreaktion wahrzunehmen; darin wird die Initiative der Subjekte sichtbar, sich gesellschaftlich neu und psychisch verträglicher einzurichten.
Hans-Joachim Busch ist Diplom-Soziologe, Diplom-Supervisor (DGSv), Prof. Dr. phil., Hochschullehrer für Sozialpsychologie am FB Gesellschaftswissenschaften der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sigmund Freud-Instituts in Frankfurt am Main.
| Termin | 16.12.2009 17:00 |
|---|---|
| Veranstalter | ASten tdh, Tu, efh, GEW |
| Ort |
Schlosskeller
Schlosshof |
| Veranstaltungs-Art | Lesung |
| Link | http://www.ringvorlesung-darmstadt.de/ueber/ |
last modified 06.12.2009 17:19