Frauen verändern die politische Kultur der Bundesrepublik
Dr. Helga Timm im Gespräch mit Ulrike Holler über die Frauenbewegung
Dr. Helga Timm wurde 1924 in Hamburg geboren und lebt heute im Wohnpark Kranichstein. Sie wuchs auf in einer sozialdemokratischen Hamburger Handwerkerfamilie, die Wert auf die Bildung ihrer Töchter legte. Sie besuchte in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine pädagogische Versuchsschule. Bis 1933 wurden dort Jungen und Mädchen zusammen unterrichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie eine der MitbegründerInnen der Gruppe des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes. Aus dieser Zeit stammen viele Kontakte zu Menschen, die ihr Leben begleiteten und prägten, so zum Beispiel Helmut Schmidt. Während ihres Geschichts-studiums und danach arbeitete sie im Bereich der politischen Bildung. Ihr erster beruflicher Schritt führte sie an das UNESCO Institut für Jugendfragen in Gauting bei München, wo sie internationale ExpertInnentreffen zum Thema Jugend organisierte. In diesem Rahmen setzte sie sich mit der Benachteiligung von Mädchen, insbesondere den Schwierigkeiten ihrer Bildungswege, auseinander.
Ende der 1960er wurde die Frage an sie herangetragen, ob sie als zweite Frau auf die hessische Landesliste der SPD wolle. Sie zog als Abgeordnete nach Bonn. Sie arbeitete im Strafrechtssonderausschuss mit, der die Reformen des § 218 und § 175 ebenso wie die sozialrechtliche Verankerung des Versorgungsausgleichs erarbeitete. In der DGVN, die für die Vereinigung der Vereinten Nationen in Deutschland warb und bei der Völkerrechtler und PolitikerInnen miteinander ins Gespräch gebracht wurden, übernahm Helga Timm ab 1979 den Vorsitz. Nach Beendigung ihrer Tätigkeit als Fraktionsführerin ging sie in den Auswärtigen Ausschuss, wo sie den Unterausschuss UN schaffen half. Die Idee der Völkerverständigung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. (Quelle MATHILDE, 1/07)
Ulrike Holler wurde 1944 geboren. Seit 1970 bis Ende 2006 war sie ununter-brochen sowohl als Reporterin und Moderatorin als auch als Redakteurin beim hr-Hörfunk in den Bereichen nationale und hessische Politik (speziell Sozialpolitik, Zeitgeschehen und Frauenrechte) tätig. Sie war jahrelang - bis zu deren Auflösung – in der hr-Frauenredaktion aktiv. Häufig erlebte man sie außerdem als souveräne Moderatorin bei öffentlichen Veranstaltungen. In den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren machte sie sich bei den Hörerinnen und Hörern der hr-Programme einen Namen, als sie journalistisch u. a. die so genannte Große Strafrechtsreform, die Reform des § 218 StGB und des Eherechts begleitete.
Zwei großartige Frauen im Gespräch!
| Termin | 01.10.2007 23:00 |
|---|---|
| Veranstalter | Akademie 55plus Darmstadt, Frauenbüro Darmstadt, Ev. Erwachsenenbildung |
| Ort |
Offenes Haus
Rheinstraße |
| Veranstaltungs-Art | Podiumsdiskussion |
last modified 30.08.2007 21:50