"Gerechtigkeit und Inklusion"
Tagung und Abendvortrag zu Ehren der verstorbenen Philosophin, Bürgerrechtlerin und Feministin Iris Marion Young
Die amerikanische Philosophin Iris Marion Young (1949–2006) zählt zu den einflussreichsten Autorinnen der zeitgenössischen Politischen Theorie, die ihr egalitäre, feministische und radikaldemokratische Impulse verdankt. Zwei zentrale Motive aus ihrem Werk nimmt die Tagung Gerechtigkeit und Inklusion auf: Die Inklusion in demokratische Prozesse und die Verbindung von lokaler mit globaler Gerechtigkeit.
Iris Young schreibt über öffentlich zugängliche Debatten, an denen sich politisch Verantwortliche ebenso beteiligen wie Bürgerinnen und Bürger. Man unterbreitet einander Vorschläge, um sich gegenseitig von der besten Lösung für ein gemeinsames lokales Problem zu überzeugen. Wer achtet darauf, dass die Betroffenen tatsächlich teilnehmen? Wie kann dafür gesorgt werden, dass alle auch Gehör erhalten? Young macht eine Reihe von Vorschlägen, wie diejenigen einbezogen werden können, die zuvor eher am Rand standen.
Doch Young beschränkt ihre Überlegungen nicht auf die Region: Ihr Denken bewegt sich von der sozialen zur politischen Praxis, von der Nahbeziehung zur Weltpolitik, vom Lokalen zum Globalen. In ihrem letzten Buch, Global Challenges, schlägt sie neue Formen internationaler Beziehungen vor: Nicht der Weltstaat in Form globaler Institutionen ist ihr Ziel, sondern sie vertraut der Selbstorganisation regionaler Kollektive in dezentralen Strukturen.
Young fragt, ob Menschen in einem Teil der Welt die Arbeitsbedingungen im anderen Teil der Welt bedenken sollen und verbindet die Frage der Gerechtigkeit zunehmend mit der Frage der Verantwortung. Sie fordert dazu auf, Verantwortung für globale Gerechtigkeit zu übernehmen.
Für die Öffentlichkeit weisen wir besonders auf den Abendvortrag "Rethinking Responsibility: from Personal to Political" von Anne Phillips (London School of Economics) hin. Anne Phillips gehört seit "Geschlecht und Demokratie" (Rotbuch 1995) zu den wichtigsten Autorinnen in der gegenwärtigen Demokratietheorie. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Er wird in englischer Sprache gehalten und nicht übersetzt.
Das komplette Programm finden Sie hier
| Termin | 13.10.2007 15:00 — 14.10.2007 01:00 |
|---|---|
| Veranstalter | Institut für Politikwissenschaft der TUD |
| Ort |
Technische Universität Darmstadt
Gebäude S1/03 (altes Hauptgebäude), Hochschulstr. 1, Raum 100 |
| Veranstaltungs-Art | Informationsveranstaltung |
| Kontakt | Oliver Eberl, DA/16-4597 |
last modified 17.09.2007 14:51