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"Was sind der Stadt die freien Kinderbetreuungseinrichtungen wert?"

Podiumsdiskussion im Rahmen des 'Tags der freien Träger'

Darmstadt zur familien- und kinderfreundlichsten Kommune in Hessen zu machen, ist das erklärte Ziel der Wissenschaftsstadt. Kriterien für die Beurteilung von Familienfreundlichkeit sind unter anderem die Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie etwa Krippen-, Kindergärten- und Hortplätze. In Darmstadt stellen die Betreuungseinrichtungen in freier Trägerschaft seit Jahren das größte Angebot in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren (170 Plätze), darüber hinaus bieten sie ein großes ergänzendes Angebot im Bereich der Kindergarten- und Hortbetreuung (200 Kindergartenund 85 Hortplätze). Diese Plätze sind wichtig, tragen sie doch dem gesetzlich festgeschriebenen Subsidiaritätsprinzip Rechnung, nach dem Eigenverantwortung vor staatliches Handeln gestellt wird. Durch das Engagement vieler Eltern und Erzieher sind in Darmstadt 20 Einrichtungen entstanden, die ganz individuell geprägt sind, und von denen jede ein eigenes Gesicht hat. Und obwohl der Betreuungsschlüssel in den freien Einrichtungen meist höher liegt als in städtischen, ist es für die Stadt Darmstadt wesentlich günstiger, die freien Träger mit einem Betriebskostenzuschuss zu unterstützen, als eigene Kinderbetreuungseinrichtungen zu betreiben. Das liegt daran, dass viele organisatorische Arbeiten von Eltern übernommen werden und der Beitragssatz oft deutlich über dem in städtischen oder konfessionellen Einrichtungen liegt. Die Immobilien sind darüber hinaus selbst finanziert oder gemietet, wodurch die städtische Investion gering ist.

Um so unverständlicher ist es, dass die freien Träger nun schon zum zweiten Mal von Etatkürzungen betroffen sind. Bereits 2007 wurde angesichts der städtischen Haushaltssperre der Betriebskostenzuschuss um zehn Prozent gekürzt, allerdings damals noch mit dem Versprechen, dies sei ein einmaliger Vorgang. Nun ist es wieder soweit: Trotz gegenteiliger Aussage werden auch in diesem Jahr die Zuschüsse nicht in voller Höhe ausgezahlt werden. Damit ist die Existenz vieler selbstorganisierter Betreuungseinrichtugen bedroht, wurden doch die Rücklagen oft schon im vergangenen Jahr aufgebraucht.

Wie lässt sich diese Familienpolitik mit den Zielen der Stadt vereinbaren, familienfreundlichste Kommune zu werden? Ist es betriebswirtschaftlich nicht sinnvoller, gerade die freien Einrichtungen zu stärken? Was ist mit den positiven Bekundungen von städtischer Seite, die im vergangen Jahr gemacht wurden? Was passiert mit den 455 Kindern und den rund 70 Erzieherinnen und Erziehern, wenn die freien Kindergärten, Horte und Krabbelgruppen schließen müssen?

 

Termin 09.11.2008 19:30
Veranstalter Saal der Centralstation
Ort Dachverband selbstorganisierter Kindereinrichtungen Darmstadt (DaS KinD e.V.)
Veranstaltungs-Art Podiumsdiskussion

 
last modified 17.09.2008 21:10

Erstellt von Uli Franke mit Plone
Politnetz-Logo by Claudia Lehmann