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Bildungschancen für alle!

Information und Diskussion über die Bildungskonzepte der LINKEN in Hessen

Zu Gast ist die Landtagskandidatin der LINKEN Barbara Cárdenas. Sie wird zusammen mit der Direktkandidatin des Wahlkreises Darmstadt Süd Andrea Plaßmeier die bildungspolitischen Vorstellungen ihrer Partei zur Diskussion. Mit den Kandidatinnen diskutieren der GEW-Landesvorsitzende Jochen Nagel sowie die ehemalige Landesschülerrätin Lisa Hofmann.




Ankündigungstext

Die Qualität des deutschen Bildungssystems ist im europäischen Vergleich stark zurückgefallen. Die PISA-Studie hat gezeigt, dass sich die Strukturen in den Kindertagesstätten, Schulen, Lehrwerk­stätten und Hochschulen grundlegend ändern müssen, um Deutschland aus dem unteren Drittel zu bringen. Insbesondere der Sonderweg des dreigliedrigen Schulsystems muss abgeschafft werden. Stattdessen werden an den Hochschulen die Studienzeiten mit der Einführung des Bachelors verkürzt. Nur ein Drittel der Studierenden sollen den Master-Abschluß erlangen, der mit dem Diplom vergleichbar ist. Heute gehen 37% eines Jahrgangs an die Hochschulen, aber nur 21% schaffen den Abschluß. Dieser im europäischen Vergleich geringe Anteil droht durch die Einführung von Studiengebühren weiter zurückzugehen. Erste Zahlen nach Einführung der Studiengebühren bestätigen dies, vor allem für ausländische Studierende. Damit würde der Druck auf den ohnehin schon versagenden Lehrstellenmarkt weiter steigen.

An den Schulen wird drohender Unterrichtsausfall nicht durch die Einstellung neuer Lehrerinnen und Lehrer verhindert. Die verkürzte Abiturdauer (G8) erzeugt sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch beim Lehrpersonal Stress und Überlastung. Anstatt neue Lehrerinnen und Lehrer einzustellen, reagiert die hessische Regierung jedoch mit Arbeitszeitverlängerung und einer sogenannten "Unterrichtsgarantie" durch pädagogische Laien.

Der hessische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder bis 10 Jahre soll sinnvollerweise die Trennung zwischen Kindertagesstätten und Schulen aufheben. Praktisch wird die Umsetzung durch einen sehr schlechten Betreuungsschlüssel kaum zu den gewünschten Ergebnissen führen. Die geringe Wertschätzung der Politik für diesen Bereich kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass nach den neuen Tarifen erzieherische und das sozialpädagogische Personal mit einem Verdienst in der Nähe des Existenzminimus entlohnt wird.

Auch bei der Bildung klafft die "soziale Schere" immer weiter auseinander. In der gesamten Bundesrepublik leben 5 Millionen Kinder und Jugendliche in Armut. Für viele Schülerinnen und Schüler ist die Mittagsmahlzeit nicht gesichert, es gibt Probleme bei der Anschaffung von Schulmaterial, und eine qualifizierte Ganztagsbetreuung ist schon gar nicht denkbar. Kinder mit Migrationshintergrund verbleiben überdurchschnittlich oft chancenlos in Förder- und Hauptschulen. Die vielgerühmten "Vorlaufkurse", in denen Kindergarten-Kinder stundenweise nebenbei Deutsch lernen sollen, sind völlig unzureichend und daher wenig hilfreich. Nach der vierten Klasse zementiert dann das dreigliedrige Schulsystem diese soziale Auslese. Hier wird auf Separation statt auf Integration gesetzt. Die Potenziale vieler Kinder bleiben ungenutzt. In die Hochschulen schreiben sich nur ca. 10% der Kinder aus der bildungsfernen Schicht ein, und viele von ihnen brechen das Studium wieder vorzeitig ab.

Trotz dieses Elends ist die hessische Regierung mit ihrer Bildungspolitik zufrieden. Andererseits setzt sie wie auch die Bundesregierung auf die vermehrte Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland. So werden die Investitionen andererer Länder ausgebeutet, während man den Menschen hier die Bildung vorenthält. Trotzdem ist abzusehen, dass in Zukunft viele Stellen nicht besetzt werden können, mit entsprechenden Folgen für das Wirtschaftswachstum.

DIE LINKE wird bei der Veranstaltung dem bildungspolitischen Skandal in Hessen ihre eigenen Vorstellungen entgegensetzen. Wir streiten - für eine Gemeinschaftsschule bis zur 10. Klasse - für die Wiedereinführung des 13-jährigen Abiturs - für Neueinstellungen und Arbeitszeitverkürzung von Lehrerinnen und Lehrern - gegen Studiengebühren - für kostenfreie Betreuungsplätze auch für unter Dreijährige - für Schulspeisung und Schulmittelbeihilfen - für eine Ausweitung des Gemeinsamen Unterrichts (GU) von Kindern mit und ohne Behinderung in den Regelschulen.

Öffentliche Investitionen in Bildung, Erziehung und Ausbildung entscheiden über Hessens Zukunft. Dabei geht es nicht nur um den unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen. Wichtig ist auch die Erziehung zu sozialer Kompetenz und die Ausbildung von verantwortlichen und solidarischen Persönlichkeiten.

 

Termin 25.10.2007 01:00
Veranstalter DIE LINKE. Darmstadt
Ort Justus-Liebig-Haus (Wintergarten)
Große Bachgasse 2
Veranstaltungs-Art Informationsveranstaltung
Link http://www.linke-darmstadt.de

 
last modified 22.10.2007 22:29
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Erstellt von Uli Franke mit Plone
Politnetz-Logo by Claudia Lehmann