Film und Diskussion: "Jugoslawien: Der vermeidbare Krieg"
Deutsche Fassung des Dokumentarfilms "Yugoslavia: the avoidable war"
Podium: Thomas Deichmann (Journalist), Klaus Hartmann (Vorsitzender des deutschen Freidenker Verbandes), Martin Lettmayer (Regisseur des Films), Cathrin Schütz (Politologin, junge Welt-Autorin)
YUGOSLAVIA: THE AVOIDABLE WAR beleuchtet, wie westliche Staaten, allen voran die Regierungen der USA und Deutschlands, die gewaltsame Zerschlagung Jugoslawiens seit 1991 vorantreiben und den Balkan destabilisieren. Gezeigt wird, wie westliche Staaten einzelne Bürgerkriegsparteien bzw bewaffneten Separatisten in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo untersützten, während sie sich nach außen als Friedensstifter gaben. Dabei kommen zahlreiche Beteiligte zu Wort, darunter der damalige Verhandlungsführer der Europäischen Gemeinschaft, Lord Peter Carrington, die damaligen Außenminister der USA, James Baker und Lawrence Eagleburger sowie der deutsche Außenminister Hans Dietrich Genscher.
"Sollte von allen gesehen werden, die mit der Situation in Jugoslawien zu tun haben."
Lord Peter Carrington, ehemaliger bristischer Außenminister und EU-Beauftragter
"Yugoslavia, The Avoidable War" ist ein brillianter, fesselnder, sogar schockierender Film. Er nimmt stellt die Ansicht in Frage, daß die NATO-Mächte nur unschuldige Beobachter des Zerbrechens Jugoslawiens waren, die zu spät aus "humanitären" Gründen in die Kriege eingriffen. Der Film argumentiert, daß zunächst Deutschland und Österreich, dann die Vereinigten Staaten als Haupteingreifender, das Zerbrechen ermutigt, Partei ergriffen und ihre favorisierten Parteien bewaffnet haben. Der Film verwendet eine bemerkenswerte Ansammlung von wohlqualifizierten Journalisten, Balkanspezialisten, politischer Insider, und benutzt sie effektiv, um die Motivationen der Schlüsselfiguren zu untersuchen und die falschen Behauptungen aufzudecken, auf die die Kriegsherren ihre Argumente für den Krieg aufgebaut hatten. Da der Film nachweist, daß die Mainstreammedien eine Schlüsselrolle in der Verbreitung von Propaganda und der Hilfe zur Mobilisierung für den Krieg spielten, wird deren Bereitschaft, diesem Film Eingang in die nationale Debatte über die Balkankriege zu verschaffen, ein guter Test für ihre Integrität sein ebenso wie für die Effektivitäte der US-Demokratie."
Edward S. Herman (Ko-Autor mit Noam Chomsky von "Manufacturing Consent")
USA/D 1999/2001 Regie: George Bogdanich und Martin Lettmayer
| Termin | 28.04.2009 18:30 |
|---|---|
| Veranstalter | Tageszeitung junge Welt, Deutscher Freidenker Verband, Vereinigung für Internationale Solidarität |
| Ort |
Frankfurt
DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77 |
| Veranstaltungs-Art | Filmvorführung |
last modified 15.04.2009 19:40