Eine deutsche Revolution Berlin 1918/1919
Ein Film von Henning Burk und Boris von Brauchitsch
Gewinnt, in Anbetracht der Krise des Kapitalismus, die deutsche Revolution von 1918/19 und damit die Rätebewegung und das Konzept der Rätedemokratie neue Bedeutung? Die Frage ist, welche politische Struktur könnte über der Grundlage einer Alternativen Ökonomie errichtet werden, in der Entscheidungen auf allen Ebenen demokratisch getroffen werden und die sich nicht am Profit von Kapitaleignern orientiert, sondern am Wohlstand aller Bürger? Könnte die Organisation von Räten auf allen Ebenen ein Vorbild sein für zukünftige politische Strukturen??
Zur Klärung dieser Frage soll der von der Gruppe 'Kritische Linke' geplante Vortragszyklus dienen, der mit der Filmvorführung beginnt.
Wohl über keinen historischen Vorgang ist so viel gelogen worden wie über die deutsche Revolution von 1918. Eine Lüge ist weit verbreitet: <Es war gar keine Revolution. Es war eine Matrosenmeuterei und der Zusammenbruch der Monarchie nach dem verlorenen Krieg. Eine Zeit des Chaos und der Anarchie.>
„Gewiß gab 1918 eine Matrosenmeuterei den Anstoß zur Revolution, aber eben nur den Anstoß. Das Außerordentliche war eben dies, daß eine bloße Matrosenmeuterei in der ersten Novemberwoche 1918 ein Erdbeben auslöste, das ganz Deutschland erschütterte, daß das gesamte Heimatheer, die gesamte deutsche Arbeiterschaft, in Bayern überdies noch ein Teil der Landbevölkerung sich erhob. Diese Erhebung aber war keine bloße Meuterei mehr, sie war eine echte Revolution. Es ging dabei nicht mehr, wie noch am 29. und 30. Oktober bei der Hochseeflotte auf Schillingrede, nur um Gehorsamsverweigerung. Worum es ging, das war der Sturz einer herrschenden Klasse und die Umgestaltung eines Staates. Und was ist eine Revolution, wenn nicht genau dies?“ (Sebastian Haffner in „DER VERRAT Deutschland 1918/19“ S.193).
Diese Revolution konnte nur durch einen blutigen Bürgerkrieg niedergeschlagen werden, der von Januar bis Mai 1919 tobte und der Tausende von Todesopfern forderte. „Wer die Revolution niedergeschlagen hat, daran gibt es keinen Zweifel. Es war die Führung der SPD, es war Ebert mit seiner Mannschaft. Auch daran gibt es keinen Zweifel, dass die SPD-Führer, um die Revolution niederschlagen zu können, sich zunächst an ihre Spitze gestellt hatten, dass sie sie also verrieten.“ (Sebastian Haffner: ebenda S.194)
„Dieser Bürgerkrieg stellte die Weichen für die unselige Geschichte der Weimarer Republik, die aus ihm geboren, und die Entstehung des Dritten Reichs, das in ihm gezeugt wurde. Denn er machte die Spaltung der alten Sozialdemokratie unheilbar, er beraubte die übriggebliebene Rumpf-SPD aller Bündnismöglichkeiten auf der Linken ...; und er erzeugte in den Freikorps, die ihn für die SPD-Regierung führten und gewannen, die Gesinnungen und Gewohnheiten der späteren SA und SS, die vielfach aus ihnen hervorgegangen sind. Der Bürgerkrieg von 1919 ist daher ein zentrales Ereignis der deutschen Geschichte dieses Jahrhunderts.“ (Sebastian Haffner: ebenda S.151)
| Termin | 20.02.2009 19:00 |
|---|---|
| Veranstalter | 'Kritische Linke, Cafe Wisengrund |
| Ort |
Frankfurt
Finkenhofstr. 17 |
| Veranstaltungs-Art | Filmvorführung |
| Link | http://www.wiesengrund-ffm.de/ |
last modified 18.02.2009 22:03