Judentum, Christentum und der Islam als politischer Faktor
Alsheim: Wochenendseminar des Freidenkerverbandes im Weingut Eicher
Antiislamische Stimmungen tragen bei, im Zuge des „Krieges gegen den Terror“ ein Klima für Angriffskriege und neokoloniale Besetzung zu schaffen. Sie schüren Fremdenhass und Isolierung von Zuwanderern aus islamischen Ländern. Sie bilden einen gemeinsamen ideologischen Nenner für abenteuerliche antidemokratische Querfronten zwischen „Antideutschen“, Ultrarechten, Pro-Zionisten etc. Sie begünstigen Tendenzen zur Schaffung des staatspolitischen Ausnahmezustands als Dauererscheinung. Islamophobie maskiert sich oft als religionskritische Aufklärung.
All dies sind aktuelle Herausforderungen, denen sich eine dialektisch-materialistische Religionskritik heute zu stellen hat. Dabei geht es insbesondere um das Problem der kritischen Unterscheidung von gegensätzlichen Tendenzen und Kräften innerhalb der religiösen weltanschaulichen Systeme. Die Religion ist nach Marx bekanntlich zugleich das die Selbstbestimmung des Einzelnen und der Nationen lähmende „Opium des Volkes“ wie „Protestation“* als Ausdruck des politischen Willens der Unterdrückten aller Länder.
Die Frage ist, wo heute religiöse Erscheinungen als fortschrittsfreundliche, friedensfördernde oder unterdrückende, kriegstreiberische Faktoren in der nationalen und internationalen Politik wirken.
Das Seminar leitet Klaus von Raussendorff, Referent des Bundesvorstands für internationale Fragen und Solidarität
Er war von 1961 bis 1990 als Diplomat im westdeutschen Auswärtigen Dienst an den Botschaften in Beirut/Libanon, Freetown/Sierra Leone, und Jakarta/Indonesien sowie an den Vertretungen bei der OECD und der UNESCO wie auch auf verschiedenen Posten in der Zentrale beschäftigt. Sein Berufsweg ergab sich daraus, dass er sich als westdeutscher Student für den anderen, den sozialistischen deutschen Staat entschieden hatte. Als ehemaliger Kundschafter der DDR wurde er trotz der völkerrechtlichen Vereinigung der beiden deutschen Staaten und daher nach seiner Auffassung ohne legitime Rechtsgrundlage verurteilt und war von 1990 bis 1994 in Haft. Zunächst noch von der Haft aus war er dank der Unterstützung eines Soziologen der Uni Trier dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit dem Schwerpunkt "Weltsystemtheorie" bis 1999 tätig. Seitdem lebt er als Rentner, Aktivist und Publizist in Bonn.
Teilnehmerbeitrag 10.--€; ermäßigt: Schüler, Studenten 6.-€
Das Weingut Eicher sorgt für Essen und Trinken zu zivilen Preisen.
Anmeldung und Hinweise für Übernachtungsmöglichkeiten: Deutscher Freidenker-Verband, Monika Krotter-Hartmann
| Termin | 09.10.2009 18:00 — 11.10.2009 15:00 |
|---|---|
| Veranstalter | Deutscher Freidenkerverband |
| Ort |
Alsheim zwischen Worms und Mainz
Winzerhof Weingut Eicher, Bachstr. 7, 67577 Alsheim |
| Veranstaltungs-Art | Seminar |
| Kontakt | Monika Krotter-Hartmann , m.krotter-hartmann@freidenker.de |
| Link | http://www.freidenker.org/cms/dfv/ |
last modified 21.09.2009 09:59