Erziehung im Kapitalismus
Der tägliche Kampf um freiwillige Fügsamkeit
Ob mit Handyklingeltönen oder Partydrogen, Kinder und Jugendliche sind ihren Erziehern eine Last, weil sie einfach nicht wollen, was sie sollen. „Eigenwillig“ sind sie, statt sich den Verhaltensweisen und Vorgaben anzubequemen, die alle nur das eine wollen: das Beste fürs Kind, das anständig und erfolgreich das bürgerliche Leben bewältigen soll. Erst in der Schule, später dann in Beruf und Familie.
Aber auch Lehrer und Eltern fallen Kindern zur Last, wenn man den Nachwuchs fragt. Mit einem Schulunterricht, dem sich jeder unterziehen muss, auch wenn ihn kaum jemand schätzt. Und mit häuslichen Vorschriften und Sanktionen zu Ausgang und Benehmen, die das Leben Heranwachsender für ihren Geschmack beträchtlich eintrübt.
Ein paar Jahre weiter, und die leidgeprüften Objekte erzieherischer Tätigkeit sind nun selber als Eltern und Lehrer Agenten der Maßstäbe von Anstand und Erfolg und Vollstrecker eben der Erziehungsmaßnahmen, die sie gestern so gehasst haben. Ein Seitenwechsel, der als „Reifung“ gilt und der „Schule des Lebens“ zu verdanken sein soll.
Erziehung ist ein Kampf zwischen Erwachsenen und Heranwachsenden, in dem nicht das vernünftige Urteil, sondern die Machtposition der Beteiligten den Ausschlag gibt. Eine Zumutung, die als gute Vorbereitung auf die Härten des Lebens gilt, die auf den Nachwuchs in den Bildungsanstalten und auf dem Arbeitsmarkt warten.
Da wäre also einiges zu klären:
- Wozu taugt die Erziehung im Kapitalismus?
- Was entscheidet sich an ihr über den Lebensweg der nachwachsenden Jahrgänge?
- Lässt sich am Ende mit Erziehung die Gesellschaft verändern, wie kritische Zeitgenossen immer wieder mutmaßen?
Referent: Rolf Röhrig (Redaktion Gegenstandpunkt)
| Termin | 26.05.2010 19:00 |
|---|---|
| Veranstalter | Gegenstandpunkt |
| Ort |
Gewerkschaftshaus Frankfurt
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| Veranstaltungs-Art | Informationsveranstaltung |
| Link | http://www.farberot.de/ |
last modified 04.05.2010 20:54