Gegen Kriegsforschung an der Uni Frankfurt - Zivilklausel jetzt!
Frankfurt: Diskussionsveranstaltung
Kriegsforschung an der Uni Frankfurt?
"Die Goethe-Universität Frankfurt führt wehr- und sicherheitstechnische Forschungen durch", offenbarte die hessische Landesregierung im Juni 2009 auf Anfrage. Damit steht sie nicht allein. An über 40 deutschen Hochschulen wird für den Krieg geforscht, der Einfluss der Militärs auf die akademische Lehre wächst. Während direkte Forschungsaufträge, Stiftungsprofessuren sowie Werbung von Rüstungskonzernen und die Präsenz der Bundeswehr an Hochschulen relativ augenscheinlich sind, zeichnet sich quer durch die Disziplinen - von der Physik über die Medizin bis zu den Sozialwissenschaften - die sogenannte "dual-use"-Problematik ab. Zivil-militärische Forschungskooperationen sind keine Seltenheit und die Militarisierung von Hochschulen über Drittmittelfinanzierung nimmt zu - unter Ausschluss der Öffentlichkeit! Denn seit Oktober 2010 unterliegen alle Angaben über Drittmittelaufträge des Verteidigungsministeriums an die öffentlichen Hochschulen offiziell der "Geheimschutzordnung".
Geheimforschung an unserer Uni? Das wollen wir nicht dulden!
Der Widerstand formiert sich bereits an vielen Orten, in Hessen und bundesweit. Eine "immer größer werdende, sogenannte Zivilklausel- Bewegung" (FAZ, 12.01.2011) ist entstanden. An mehreren hessischen Hochschulen gab es Veranstaltungen gegen Kriegsforschung. An den Universitäten Karlsruhe und Köln haben sich die Studierenden in Urabstimmungen mit deutlicher Mehrheit für eine Zivilklausel ausgesprochen. In Tübingen wurde inzwischen die Selbstverpflichtung auf friedliche Forschung in die Grundordnung der Uni aufgenommen. Im Mai 2011 trafen sich Studierende und Lehrende aus 24 Hochschulen zum ersten bundesweiten Kongress gegen die Militarisierung von Forschung und Lehre seit über zwei Jahrzehnten.
Wir rufen dazu auf, sich der zunehmenden Militarisierung der Hochschulen hier vor Ort nachhaltig zu widersetzen und eine gemeinsame Selbstverpflichtung auf ausschließlich friedliche und zivile Forschung und Lehre zu erwirken.
Wir wollen uns über die Aktivitäten an anderen Hochschulen informieren und diskutieren, was in Frankfurt getan werden kann.
Es berichten:
- Dr. Dietrich Schulze, Ehem. Betriebsratsvorsitzender und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungszentrum Karlsruhe: Was kann gegen Kriegsforschung getan werden? Was bedeutet eine Zivilklausel und wie kann sie verteidigt werden?
- Senta Pineau, AK Zivilklausel Uni Köln: Urabstimmung an der Uni Köln oder wie zwei Drittel der Studierenden für eine Zivilklausel stimmten
- Prof. i.R. Dr. Rudolph Bauer, Mitinitiator der "Erklärung Bremer HochschullehrerInnen und WissenschaftlerInnen zu Stiftungsprofessuren":
Stiftungsprofessuren, Militärforschung und Zivilklausel
| Termin | 29.06.2011 19:00 |
|---|---|
| Veranstalter | GEW Studierendengruppe Frankfurt, AStA Uni Frankfurt, LAK Hessen |
| Ort |
Café KoZ im Studierendenhaus
Goethe Uni Campus Bockenheim, Mertonstraße 26-28, Frankfurt |
| Veranstaltungs-Art | Informationsveranstaltung |
| Kontakt | ciao.bundeswehr@yahoo.de |
| Link | http://antimilffm.blogsport.de/images/Flyer_HuF_final.pdf |
last modified 22.06.2011 13:48